„Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom“ (Albert Einstein)

Vorurteile sind vorgefasste Meinungen, die vor dem Prozess einer eigenen Urteilsbildung stehen und nicht selten ganze Gruppen ungerecht beurteilen und bewerten.

Wer Vorurteile hat, denkt häufig ohne ausreichende Begründung schlecht über andere. Und wer schlecht über andere denkt und redet, richtet häufig auch sein Handeln danach aus. Gerade das macht Vorurteile gefährlich, denn auf lange Sicht führen sie zu Diskriminierung und Ausgrenzung. Klar ist: rassistischen und diskriminierenden Aussagen sollte stets und umgehend mit Gegenwind und Argumenten begegnet werden.

Bekanntermaßen argumentieren rechte Demagogen häufig vorurteilsgeprägt und versuchen diese Vorurteile durch ständige Wiederholung in den Köpfen zu verankern. Aber nicht nur in beispielsweise PEGIDA-Kreisen gehören Vorurteile gegen Geflüchtete, Frauen oder Menschen mit Behinderung zum normalen Sprachgebrauch. Rassistische, sozialdarwinistische und chauvinistische Tendenzen treffen auch in der breiteren Bevölkerung auf Zustimmung, wie die Mitte-Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung und Universität Bielefeld belegen.

Ausdruck und Verbreitung finden diese Vorurteile häufig in den Sozialen Netzwerken. Der Paritätische will sich dieser rassistischen Stimmungsmache entschieden entgegenstellen. Wir haben unten stehend gängige Vorurteile rechter Demagogen gesammelt und ihnen Argumente und Fakten für eine sachliche Diskussion entgegengestellt. Denn insgesamt gilt: nicht zu widersprechen, bedeutet Zustimmung. Auch und gerade bei Vorurteilen.

Fakten gegen Vorurteile!

Zugewanderte sind kriminell.

Falsch, denn:

  • Strafbare Handlungen zu begehen oder nicht, ist keine Frage der Herkunft.
  • Kriminalstatistiken liefern keine belastbaren Hinweise darauf, dass die Kriminalität gestiegen ist.
  • Fakt ist, dass Straftaten gegen Migrant/-innen und Geflüchtete in der letzten Zeit zugenommen haben.

Fakten und Argumente:

Strafbare Handlungen zu begehen oder nicht, ist keine Frage der Herkunft.

Auch wenn es immer wieder behauptet wird: Es gibt keinen Beleg dafür, dass Geflüchtete und Zuwanderer/-innen häufiger straffällig oder krimineller sind als andere Menschen.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass nicht die Migration, sondern die soziale Ausgrenzung eine Rolle dabei spielen, ob z.B. ein/e Jugendliche/r kriminell wird oder nicht. Je größer die soziale Ausgrenzung, desto eher steigt demnach das Risiko auf „die falsche Bahn“ zu geraten – und das ganz unabhängig vom Besitz eines deutschen Passes.
Häufig sind es Vorurteile und mangelnde Kommunikation, die dazu führen, dass Geflüchtete oder Zuwanderer/-innen als kriminell wahrgenommen werden.

Kriminalstatistiken liefern keine belastbaren Hinweise darauf, dass die Kriminalität gestiegen ist.

Polizeistatistiken, die häufig als belastbares Argument für die gestiegene Kriminalität herangezogen werden, sind nicht aussagekräftig. Dort werden nur Tatverdächtige, also keine Täter/-innen bzw. Verurteilte erfasst. Hieraus lässt sich also lediglich schließen, dass Geflüchtete und Zuwanderer/-innen von der Polizei häufiger unter Verdacht gestellt, kontrolliert (Racial Profiling) oder angezeigt werden. Nicht zuletzt die Ermittlungen zu den NSU-Morden haben gezeigt, dass Verdächtigungen häufig schon an der vermeintlichen Herkunft festgemacht werden. Zehn Jahre lang wurden nicht die deutschen Täter/-innen, sondern die türkischen und griechischen Angehörigen der Opfer von der Polizei als mutmaßliche Täter/-innen verdächtigt.

Zudem gibt es Delikte, die von deutschen Staatsangehörigen gar nicht begangen werden können, so zum Beispiel der Verstoß gegen das Ausländer- oder das Asylverfahrensgesetz (u.a. Verstoß gegen Residenzpflicht).

Kriminalstatistiken liefern also keine belastbaren Hinweise darauf, dass die Kriminalität durch den Zuzug von Geflüchteten oder Zuwanderer/-innen gestiegen ist. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte in einer Pressemitteilung seines Ministeriums (13.11.2015): "Insgesamt zeigen uns die derzeit verfügbaren Tendenzaussagen, dass Flüchtlinge im Durchschnitt genauso wenig oder oft straffällig werden wie Vergleichsgruppen der hiesigen Bevölkerung. Der Großteil von ihnen begeht keine Straftaten, sie suchen vielmehr in Deutschland Schutz und Frieden."

Fakt ist, dass Straftaten gegen Migrant/-innen und Geflüchtete in der letzten Zeit zugenommen haben.

Die Gewalt gegen Migrant/-innen und Geflüchtete sowie auf Flüchtlingsunterkünfte hat seit 2015 massiv zugenommen. Im Jahr 2016 gab es über 3.500 An- und Übergriffe mit 560 Verletzten – das macht fast zehn Angriffe pro Tag auf Geflüchtete und Flüchtlingsunterkünfte. (Antwort des BMI auf kleine Anfrage der LINKEN).


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